
EPPO Projects
Jede Seite ist Seite eins – und jede Seite ist ein Einstieg.
EPPO Projects sind fiktive Dokumentationsprojekte, die Mark Bakers Every Page is Page One beim Wort nehmen. Sie zeigen Seite für Seite, was technische Dokumentation online sein kann: ein Informationsraum, den man überall betreten kann – kein Handbuch, das man von vorne lesen muss.
Ein Buch, das konzeptionelle Geschichte geschrieben hat
In Every Page is Page One: Topic-Based Writing for Technical Communication and the Web (XML Press, 2013) beschrieb Mark Baker, wie Menschen Dokumentation tatsächlich nutzen: Sie schlagen kein Buch auf und lesen es der Reihe nach. Sie suchen, folgen einem Link oder scannen einen QR-Code – und landen auf einer einzelnen Seite. Diese Seite muss für sich allein funktionieren.
Aus dieser Beobachtung leitete Baker eine Art zu schreiben ab: Topics, die in sich geschlossen sind, einem bestimmten Zweck dienen, dem Muster ihres Typs folgen, ihren Kontext selbst herstellen und reich auf das verlinken, was die Lesenden als Nächstes brauchen. Das Buch stellte das alte Navigationsmodell auf den Kopf – weg vom Inhaltsverzeichnis, hin zu einem Netz von Seiten, von denen jede die erste sein kann.
“Mark Baker hat mit diesem Buch konzeptionelle Geschichte geschrieben. Seine Ideen hätten das Sprungbrett für eine neue Generation von Informationsräumen werden sollen.”
Großartige Konzepte, die selten zum Sprungbrett wurden
Nach Meinung von Saina Veigel wurden Bakers Konzepte zu selten für das genutzt, was sie möglich machen. Viele Teams übernahmen das Vokabular von Topics und Wiederverwendung, veröffentlichten das Handbuch aber weiter als PDF oder als Online-Hilfe, die im Grunde ein Buch mit Suchfeld bleibt. Kluge Informationsräume – in denen jede Seite ihren Platz, ihr Publikum und ihre Nachbarn kennt – blieben die Ausnahme.
Ähnlich ist es mit Landingpages. Im Web hat das Marketing den Begriff besetzt: Seiten, die konvertieren sollen, mit einem Angebot und einem Button. Dokumentation braucht Landingpages anderer Art – konzeptionelle Landingpages, die Ankommende orientieren: Wo bin ich, worum geht es, was muss ich zuerst wissen, und wohin geht es weiter?
Die sieben Merkmale eines EPPO-Topics
In sich geschlossen
Die Seite ergibt Sinn für jemanden, der über die Suche kommt und keine andere Seite gesehen hat.
Bestimmter, begrenzter Zweck
Die Seite erfüllt eine Aufgabe – ein Konzept erklären, eine Tätigkeit anleiten, die Signale auflisten – und zwar vollständig.
Folgt ihrem Typ
Seiten desselben Typs teilen ein Layout, sodass man auf den ersten Blick erkennt, wozu eine Seite dient.
Stellt ihren Kontext her
Die Seite sagt, wohin sie gehört: welches Produkt, welcher Teil, welche Lebenszyklusphase, welche Zielgruppe.
Setzt qualifizierte Lesende voraus
Die Seite ist für die geschrieben, die sie brauchen, und verlinkt für alle anderen auf den Hintergrund.
Bleibt auf einer Ebene
Die Seite mischt Überblick und Detail nicht, sondern verlinkt nach oben und unten.
Verlinkt reichhaltig
Die Seite verbindet sich mit ihren Nachbarn nach Beziehung: was zuerst zu lesen ist, was als Nächstes zu tun ist, was zu prüfen ist, wenn etwas schiefgeht.
Nach Mark Baker, Every Page is Page One (XML Press, 2013). Erläuterungen: AI TechDoc Knowledge.
Konzeptionelle Landingpages statt Sales-Landingpages
| Aspekt | Sales-Landingpage | Konzeptionelle Landingpage |
|---|---|---|
| Ziel | Besucher konvertieren: ein Angebot, ein Call-to-Action | Lesende orientieren: was das ist, wo es steht, wohin es weitergeht |
| Zielgruppe | Interessenten, die kaufen oder sich anmelden sollen | Anwender, Integratoren oder Redakteure mit einer Frage |
| Aufbau | Trichter vom Versprechen zum Button | Karte aus Einstiegen, Kontext und Beziehungen |
| Links | So wenige wie möglich, damit niemand geht | So viele wie nützlich, nach Beziehung beschriftet |
| Erfolg | Konversionsrate | Die Antwort ist gefunden, und der nächste Schritt ist klar |
Die Projekte
Dieser Bereich des Blogs holt nach, was Baker möglich gemacht hat. Das erste Projekt dokumentiert eine fiktive Verpackungsmaschine – eine verkettete Linie aus sechs Maschinen von vier Lieferanten – mit einer Seite pro Frage und einem Layout pro Seitentyp. Weitere Linien und weitere Arten von Projekten folgen.
Verkettete Maschinenlinien
Verkettete MaschinenlinienAlle EPPO Projects sind fiktiv. Sie zeigen, wie Dokumentation online strukturiert werden kann; sie ersetzen nicht die Betriebsanleitung einer realen Maschine, und die Nennung eines Begriffs oder einer Norm bedeutet nie, dass etwas konform ist.
